Tradition

Liebe Leute,

ich kann nicht anders, deshalb dieser Hinweis hier. Eben las ich, daß täglich irgendwo in unserem schönen Land Asylbewerber und/oder ihre Unterkünfte angegriffen werden. Zu lesen vermutlich überall, hier nur zwei Hinweise aus Spiegel und Die Zeit. Sachbeschädigung, Schmierereien und Propaganda sowie Überfälle und Gewaltdelikte. Auch zwölf Brandstiftungen und zwei Sprengstoffexplosionen wurden verübt.

Ist das nicht schrecklich? Die armen Menschen haben ihre Heimat verlassen, unter Lebensgefahr sich hierher gerettet. Um dann von Deutschen, die der Ansicht sind, zu kurz zu kommen, wenn sie die Fremden nicht schnell wieder weg jagen, angegriffen zu werden.

In Deutschland ist man oft und zu recht stolz auf seine Traditionen. Allerdings haben auch diese Angriffe auf Ausländer, Andersdenkende, Fremde eine Art Tradition. Antisemitismus ist ja wohl bekannt. Ich habe in dem heißen Ausländerjahr 1992 (Mölln, Solingen, Hoyerswerda, Rostock…) viel zu dem Thema fotografiert. Und zeige hier ein Beispiel aus Quedlinburg; auch hier haben Bürger der Stadt und ein paar Neonazis das Asylbewerberheim angegriffen.

Wehret den Anfängen.! (Passt schon gar nicht mehr.) Ich weiß auch keine Patentlösung, aber bitte: zeigt der Welt irgendwie, daß wir überwiegend anständig sind. Danke

In diesem Sinne
Ihr

Martin Langer

 

Handymania

Moin zusammen. Was für ein grauer November-Sonntag, jedenfalls in Hamburg. Da drängt sich die Archiv-Arbeit geradezu auf.

In diesem Sommer habe ich mehrere neue thematische Sammel-Serien an den Start gebracht, unter anderem die längst überfällige Serie Handymania. Dieses Motiv hier aus der Startphase entstand im August im Altonaer Mercado. Diese Geräte werden (oder sind schon) unentbehrlich. Das stimmt zwar nicht, aber ein erheblicher Teil meiner Umgebung verhält sich so. Vielen Menschen scheint es die Batterie für sich selbst zu sein, sie wollen ihr Smartphone gar nicht mehr loslassen; ständig ein Blick aufs Display um nichts zu verpassen. Und diese Gespräche, denen man im ÖPNV zwangsläufig lauschen muß. Das war ja früher anders, als alles noch anders war. Da hat eine vorgestern getroffene Verabredung auch heute noch gegolten. Jetzt wird via Whatsapp oder whatever noch mehrmals bestätigt oder geändert. Meinetwegen übrigens. Ich finds nur schade, und die Abhängigen tun mir wirklich leid. Sie fallen rein auf ein Tool, was Ihnen teuer untergejubelt wird.

Ach so, klar haben die Dinger auch ein paar sensationelle neue Möglichkeiten zu bieten, die werden aber von den Wenigsten genutzt. – Wird Zeit, daß die Sonne raus kommt 😀

In diesem Sinne
Ihr
Martin Langer