Rostock-Lichtenhagen 1992 in Dresden

Moin.

Im Rahmen der ‚Internationalen Wochen gegen Rassismus‘ wird meine Fotoserie von den pogromartigen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen gezeigt.
Ort: Grüne Ecke, Bischofsplatz 6, Dresden

Vierundzwanzig Schwarzweiss-Bilder, die damals im Auftrag des ‚Spiegel‚ entstanden, dokumentieren die Ereignisse.
Von ihrer Aktualität haben die Bilder – auch 28 Jahre danach – nichts eingebüßt.

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Hello.

As part of the ‚International Weeks Against Racism‘, my photo series of the pogrom-like riots in Rostock-Lichtenhagen is shown.
Location: Green Corner, Bischofsplatz 6, Dresden

Twenty-four black-and-white pictures, commissioned by ‚Spiegel‘, document the events.
The pictures have lost none of their topicality – even 28 years later.

Film-Tipp zu Rostock-Lichtenhagen

So, liebe Besucher meiner Seite.

Der 45min- Dokumentarfilm über mein berühmtes Foto aus Rostock-Lichtenhagen 1992 lief ja nun im NDR und auch auf phoenix.
Außerdem ist er jederzeit barrierefrei und kostenlos auf Youtube zu haben, hier der link.

Aus dem ecomedia/ndr-Pressetext:

Die Reihe „Ein Foto erzählt Geschichte“ geht unvergesslichen, historischen Momenten nach, für immer festgehalten von einer Kamera. Fotos, die im kollektiven Gedächtnis bleiben, die symbolisch für ihre Zeit stehen.
Wie die Aufnahme eines Mannes wenige Jahre nach dem Mauerfall, der weltweit zur Verkörperung des „hässlichen Deutschen“ wird. Rostock, August 1992: Hunderte Randalierer, Neonazis und Schaulustige versammeln sich vor einer Aufnahmestelle für Asylbewerber im Stadtteil Lichtenhagen. Auch der Hamburger Fotograf Martin Langer ist im Auftrag des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ in Rostock. Drei Tage lang dokumentiert er die Ausschreitungen, bis er das Foto schießt, das zum internationalen Symbol der Randale wird: Ein betrunkener Mann im Deutschlandtrikot mit deutlich sichtbaren Flecken im Schritt seiner Jogginghose macht den Hitlergruß.

Wochenlang haben sich die Anwohner über die Zustände in und um die restlos überfüllte Aufnahmestelle beschwert, jetzt schlägt die Wut in Hass und Gewalt um. Die Aufnahmestelle wird nach drei Tagen Randale evakuiert, doch die Ausschreitungen gehen weiter.
Der Hass richtet sich nun gegen ein Wohnheim von vietnamesischen Bewohnern. Plötzlich werden die Polizeieinheiten abgezogen, und die rund 100 Bewohner sind der Meute schutzlos ausgeliefert. Molotowcocktails fliegen, Wohnungen brennen aus.
„Ein Foto erzählt Geschichte“ rekonstruiert die Entstehung des berühmten Fotos innerhalb der dramatischen Ereignisse in Rostock mit zum Teil bisher unveröffentlichten Fotos von Martin Langer.

 

Ich habe bislang schon viel warmherzige und auch sehr interessierte Post bekommen. Vieln Dank dafür.

Alles Gute
M.

 

Nicht ganz ohne Stolz

Nun bin ich also fotografisch in beiden bedeutenden historischen deutschen Museen auch sichtbar vertreten.
Sowohl das Haus der Geschichte als auch das Deutsche Historische Museum zeigen Bilder von mir in ihren Dauerausstellungen. Darunter auch mein berühmtes Schwarzweiss-Foto, welches während der pogromartigen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen 1992 entstand. Die Ausschreitungen zählen zu den heftigsten Angriffen gegen Ausländer seit dem zweiten Weltkrieg und wurden in vielen Ländern registriert. Ein Foto wurde zu ihrem Symbol: das von Harald Ewert, dem ‚häßlichen Deutschen‘.
©Meike Böschemeyer /Vigilux Pressefoto

Honi soit qui mal y pense

Moinsen.

Der DFB, oder eigentlich ja eher adidas, hat gestern mit viel Tamtam die neuesten Trikots unserer Fußballnationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Russland 2018 vorgestellt. ‚Im Geist von 1990‘, heißt es.

Dieser Geist hat sich im heißen Asyl-Jahr ’92 sehr häßlich dargestellt. Das will ich keineswegs dem DFB anlasten, aber vergessen sollte man es auch nicht.

 

In diesem Sinne

Martin Langer